Witterungsbericht  Januar 2003 der VdA-Wetterstation Taunusstein

Jahr beginnt im Taunus nass und kalt

Die ersten zwei Tage des ersten Monats des neuen Jahres brachten bereits 50 mm Regen auf die Waagschale. Damit war schon fast das Niederschlagssoll von 60 mm für den Januar erfüllt. Durch diesen Starkregen auf übersättigte Böden (schon Ende Dezember hatte es kräftig geregnet) kam es im Taunus verbreitet zu Hochwasser. Das Aartal war an vielen Stellen überflutet. So wurde z.B. das Bürgerhaus in Bad Schwalbach-Adolfseck – das an einer völlig falschen Stelle im Überschwemmungsbereich gebaut worden war – mal wieder unter Wasser gesetzt. In grossen Teilen Deutschlands kam es auch zu Überflutungen und verschärfte den Ruf nach mehr Ökologie im Wasserbau. Das Tief „Calvann“, das uns das Hochwasser bescherte, wurde ab dem 6.1. vom Hoch „Bärbel“ mit ruhigerem, sonnigem und sehr frostigem Wetter abgelöst. Ab der Monatsmitte wurde es dann wieder wärmer. Es folgte ein Wechsel warmer und kalter Tage. Am 29.1. kam ein Umschwung zum Kalten, und es fiel der erste nennenswerte Schnee (31.1.  5 cm Schneedecke).

Nun ein Blick auf die Mittelwerte: mit genau 0° Monatsmittel lag die Temperatur nur um 0,1 Kelvin unter dem langjährigen Durchschnitt, allerdings um 1 Kelvin unter dem Mittel der letzten 15 Jahre, in denen die Januarwerte angestiegen sind. Der höchste Wert wurde mit 10,4°  am 2.1. gemessen, der tiefste mit –13,3° am 8.1. (am Boden –16,1°).

Es gab 17 Frosttage und sogar 9 Eistage, an denen das Thermometer ganztägig unter Null blieb.

Die starken Niederschläge zu Monatsbeginn wurden bereits erwähnt. Insgesamt kamen 87 mm zusammen, das sind 134 % des Normalwertes. Die höchste Tagessumme lag mit über 29 mm auf dem 2.1.. Damit war dieser Tag zugleich der nasseste und wärmste Tag im Januar. Schnee gab es diesmal wenig. An 11 Tagen fiel Schnee; auch an 11 Tagen war morgens eine geschlossene Schneedecke zu sehen.

  Ansonsten waren die Werte durchweg normal: die Relative Feuchte lag mit 84 % im Monatsmittel knapp unter dem Soll; die Bewölkung erfüllte mit 5,9 Achteln genau den langjährigen Mittelwert. Vier heiteren Tagen standen 18 trübe Tage gegenüber, davon 3 Nebeltage.

Die Pflanzen halten noch Winterruhe, wenngleich einige vorwitzige Frühlingsboten schon zu entdecken sind. In Oberbayern bei Bad Tölz habe ich Weihnachten die ersten Haselsträucher stäuben sehen; das war sicher auf die warmen Föhnwinde zurückzuführen. Am 31.1. fingen auch in Wiesbaden einige Haselkätzchen an zu stäuben. Im Taunus ist davon aber noch nichts zu bemerken. Die Schneeglöckchen sind auch noch nicht so weit; sie zeigen erst Blütenknospen. Wenn weitere Fröste folgen, können sie noch bis zum regulären Blühbeginn (25.2.) stehen bleiben.

(Dr. W. Ehmke) 

 

2001 Dr.Wolfgang Ehmke >